Oder vielleicht doch nicht so? Bei den vielen Testberichten und Fachsimpeleien zu verschiedenen DSLM kann man schnell den Überblick verlieren. Worauf es wirklich ankommt!

 

Ist die EOS R wirklich so gut? Oder vielleicht doch nicht so?

Für mich war das kürzliche Invest in die EOS R die absolut perfekte Entscheidung. Für mich ist die EOS R klasse, gemeinsam mit dem RF 50 1.2 L hat sie meine Erwartungen voll getroffen und ich finde sie einfach nur geil! Sie wird meine Fotografie ganz sicher weiter nach vorne bringen. Auch wenn sie nur 5 (oder 8?) Bilder in der Sekunde auslösen kann bzw. anderen Kamera-Hersteller-Modellen ggf. etwas hinterherhinken sollte. Mir doch egal!

Dieser Text spiegelt allerdings auch nur meine ganz persönliche Meinung wider.

 

Canon EOS R oder Nikon Z6?

Oder vielleicht die Nikon Z7? Oder eine Sony Alpha 7/9? Oder doch lieber eine Fuji? Am Markt finden sich genügend Anbieter mit tollen DLSM. Canon, Nikon, Sony, …. alle haben aktuell wirklich ausgezeichnete Produkte am Start. Das eine kann mal die Kamera von einem Hersteller besser, anderes mal jene vom anderen Hersteller.

Es gibt immer etwas Besseres, etwas Anderes und etwas Fortschrittlicheres. Bei den einen ist der Sensor im Rauschverhalten ganz phantastisch, andere können in der Sekunde ein paar mehr Bilder aufnehmen, die nächsten waren ein Jahr schneller am Markt. Was man eben in zahlreichen Berichten, Tests lesen und in YouTube-Videos rauf und runter so alles sehen und konsumieren kann.

Wenn man Lust darauf hat, findet man bei Recherche zu jedem Produkt ausreichend Datenblätter. Jede Fotografin und jeder Fotograf kann nicht nur im Netz viel und lange vergleichen. Wenn man mag, finden sich zur Genüge Fanboys oder –girls, mit denen man über die feinen Unterschiede zwischen Z6, Z7, Alpha und EOS R fachsimpeln kann. Um anschliessend mehr oder weniger verwirrt zu einem Kaufentscheid zu kommen.

Bei Recherche im Internet und Fachsimpelei kann man sich manchmal eben auch sehr schnell verlieren. Tage und Wochen vergehen, die Entscheidung fällt immer schwerer und bei Manchen wäre eine Investition in einen Fotokurs vielleicht doch zunächst ersteinmal einfach die bessere Entscheidung gewesen? 😉

 

Die Kamera muss zum Fotografen passen – wie die Rennsemmel zum Fahrer!

Meiner Meinung nach ist weniger die Kamera das Wichtigste sondern immer der Fotograf bzw. die Fotografin.

Leicht Motorsport-affin wie ich nuneinmal bin – möchte ich dies gerne mit der Nutzung einer Rennsemmel beim Kurvenräubern auf der Nordschleife oder anderswo vergleichen.

Ob die benutze Rennsemmel nun 20 PS mehr hat, 50 kg weniger wiegt, oder, oder, oder. Solange sich der Fahrer bzw. die Fahrerin hinsichtlich Knowhow und Erfahrungen in Grenzsituationen nicht am Limit bewegt und optimal auf seinen fahrbaren Untersatz eingestellt ist, sind die feinen Unterschiede zwischen Rennsemmeln absolut zu vernachlässigen.

Manchmal sieht man sogar mit Erstaunen, wie sich der Huracan-Fahrer von einer Polo-Fahrerin umrunden lässt. Und sowieso: wenn das Knowhow fehlt, lassen sich Runden mit relativ ähnlichen Fahrzeugen zeitlich schon gar nicht merklich unterscheiden.

Mit der Hersteller- und Modellwahl ist es in der Fotografie nicht anders. Angebotene High-DSLM-Modelle unterscheiden sich zwischen den Herstellern nur geringfügig. Wichtig sind aber eh nicht die mehr oder weniger feinen Unterschiede. Wichtig ist immer ersteinmal der Fotograf bzw. die Fotografin!

Der Fotograf bzw. die Fotografin muss sich in der Bedienführung schnell zurechtfinden und diese optimalerweise im Schlaf beherrschen. Bringt ja nix, wenn man vielleicht den Herrn Lindenberg beim Popeln in der Nase erwischt aber leider 3 Minuten braucht, um die Kamera richtig einzustellen. Hach ja, manches Mal möchte ich einigen Parameter-Fachsimplern (vor allem nach Betrachten deren Bilder) wirklich allzugerne entgegenwerfen, man solle doch bitteschön ersteinmal richtig Fotografieren lernen. Ersteinmal z.B. das Zusammenspiel zwischen Blende, Belichtungszeit und ISO verstehen können/lernen sowie die richtige Einstellung und bildfördernde Nutzung der Schärfentiefe.

Denn hat man das nicht drauf, ist ein Invest in Höhe von mehreren Tausend Euro nicht die Lösung zu besseren Fotos. Da reicht dann auch das Smartfon, was man ja eh immer dabei hat!

 

#IamCanon

Ja, seit über 20 Jahren. Seit ich das erste Mal eine Hochzeit fotografiert habe. Naja, retroperspektiv und selbstreflektiert gesehen, selbst wenn alle begeistert waren, vielleicht doch eher geknipst. Die Hochzeit von meinem Bruder. Mit seiner analogen Canon EOS, die er mir einen Tag vor diesem freudigen Anlass in die Hand drückte. Seitdem bin ich nuneinmal Canon.

Die Feinheiten des Technischen der Fotografie habe ich mir erst viele Jahre später zu Zeiten meiner EOS 700D angeeignet. Bevor ich auf Vollformat 6D Mark I umgestiegen bin, hatte ich die 700D technisch nahezu vollständig an ihre Grenzen gebracht. Ein Umstieg ins Vollformat war für mich seinerzeit einfach nur die logische Konsequenz.

Bei Canon mag ich die Haptik und die Bedienführung. Für mich ist alles intuitiv. Ich finde mich dort im Schlaf zurecht. In der Hektik z.B. eines Foto-Shootings oder eben wenn man den Herrn Lindenberg … ist dies sicherlich nicht das Schlechteste. Der Umstieg von der 6D auf die EOS R war fast innerhalb von Tagesfrist erledigt. Die aufgrund der CR3-Dateien notwendige Lightroom-Aktualisierung mit einhergehendem Software-Update auf OSX Sierra hat tatsächlich länger gedauert. Keine 2 Tage im Besitz fand ich bei der EOS R im ersten Shooting sofort alles Wichtige und konnte mich voll auf mein Fotomodell konzentrieren.

Das ist mir am wichtigsten!

Ja, ich gestehe: hätte mein Bruder mir seinerzeit eine Nikon in die Hand gedrückt, wäre ich heute vielleicht Nikon und kürzlich wäre die Entscheidung auf Z6 oder Z7 gefallen anstatt auf die Canon EOS R.

In diesem Sinne und vor allem solltet Ihr bereits seit Jahren bei einem Hersteller kleben, macht Euch weniger Gedanken um die Feinheiten bzw. einen Wechsel. Bleibt Eurem aktuellen Hersteller-System treu.

Konzentriert Euch auf die Fotografie an sich!