Während im Innenstadtbereich und auf dem Großneumarkt die Besucherdichte der Randbezirkler steigt, welche vor oder nach dem Kinobesuch besonders in den Abendstunden am Wochenende dort an ihren Cocktails nippen, feiern anderswo (nicht nur gefühlte) Busladungen von vergnügungssüchtigen Kegelklubs sowie Horden von JungesellInnen-Abschieden von überall her auf der nicht mehr ganz so sündigen Meile. Die Reeperbahn ist dennoch vermutlich aber immer noch der größten Partyzone der Stadt.

Mich hingegen zieht es nicht nur in den Abendstunden derzeit am liebsten in die Lange Reihe nach St. Georg, mit dem StadtRAD vom wunderschönen Winterhude nur gute 15 Minuten entfernt. Inmitten einer Vielzahl von Künstlerateliers, kleinen Geschäften, Restaurants, Bars und Cafés kann ich mich einfach ganz entspannt wohlfühlen.

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Benannt nach dem heiligen Georg und seit 1196 die außerstädtische Leprakolonie rund um das Hospital (heutige Asklepios Kinik St. Georg) wurden im 15. Jahrhundert hier der Galgen und anderes störendes Gewerbe wie Schweinezüchter, Branntweinbrenner etc. untergebracht. Seit 1830 Vorstadt St. Georg und erst 1868 in das Stadtgebiet eingegliedert. Die Eröffnung des Hauptbahnhofes 1906 führte hier zwar zum Bau vieler Hotels (welche teilweise heute noch stehen) zog aber auch Vergnügungsstätten, Drogen und Prostitution an, welches lange das Image des Stadtteiles prägte.

In den 1990er-Jahren wurden die lange und zahlreich vertretenen kleinen Handwerks- und Gewerbebetriebe nach und nach durch schicke Straßencafes und Boutiquen ersetzt. Seit Anfang des Jahrtausends gilt es als schick, in diesem Stadtteil zu wohnen, besonders um die Lange Reihe herum.

Trotz Gentrifizierung hat sich diese als Mittelpunkt von St. Georg, mittlerweile zu den Top 50 der teuersten Straßen Hamburgs zählend, Ihren Charme durch eine multikulturelle und bunte Vielfalt bewahrt.

Tagsüber laden Dich Künstlerateliers ebenso wie auch viele kleinere Geschäfte – vom Asiashop über Boutiquen bis hin zum indischen Supermarkt – zum Stöbern und Shoppen ein, ein guter Kontrast zu den großen Kauf- und Warenhäusern in der Innenstadt.  Zwischendurch kannst Du auf einen Galão in die Pastelaria Caravela einkehren, eine Kleinigkeit in einem der zahlreichen gemütlichen Restaurants speisen oder einfach in einer der vielen Bars und Cafés mit FreundInnen bei Weißweinschorle und Prosecco den kleinen Schwips am Nachmittag genießen.

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In den Abendstunden sitzt man später entspannt mit FreundInnen bei Wein oder leckeren Cocktails am liebsten draußen an Straße und Bürgersteig. Nicht nur bei ganz schönem Wetter (welches entgegen weit verbreiteter Meinung in Hamburg übrigens nicht ganz so selten ist – im Jahr 2014 lagen die Sonnenstunden in Hamburg über dem bundesdeutschen Schnitt!).  Sondern – eingekuschelt in eine zur Verfügung gestellte wärmende Decke – bereits auch schon im Frühjahr und bis spät in den Herbst hinein.

Frei nach dem hier gerne zelebrierten Motto „Sehen und gesehen werden“.

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Nach Mitternacht zieht es das Publikum dann in die ein oder andere Bar, wo Du ausgelassen mit- und weiterfeiern kannst. Diskotheken und große Tanzflächen findest Du in der Langen Reihe allerdings nicht. Man geniesst das Miteinander und tanzt einfach dort, wo man gerade steht.

 

Ganz entspannt wohlfühlen – meine Tipps!

Hier halte ich mich am liebsten auch mal alleine oder mit FreundInnen auf.

Gnosa

Einladend für ein gemütliches Miteinander. In den hinteren Räumlichkeiten auf gemütlichen Sofas und Sesseln. Mein Favorit ist die leckere Quiche. Oder gerne mal einer der frischen Salate. Ebenso ist das Brunch am Wochenende sehr lecker, daher aber auch sehr gut besucht und manchmal hoffnungslos überfüllt. Gegebenenfalls solltest Du vorab reservieren, gerade wenn Du hier mit mehreren FreundInnen Zeit verbringen möchtest.

CUBE

Diese kleine Bar besteht eigentlich fast nur aus einem großen Tresen. Leckere Cocktails und gute Sounds, nicht nur während der täglichen Happyhour. Raucherbar.

Café Uhrlaub

Hier findest Du die vermutlich besten Croques der Stadt. Das Publikum sitzt in einer urigen Einrichtung an/auf rustikalen Holzmöbeln . Oder im kuscheligen grünen Innenhof abseits dem geselligen Treiben der Langen Reihe.

Generation Bar oder kurz G-Bar

Gay-Location mit deutlich männlichem Überschuss. Kleine Tanzfläche aber besonders an Wochenenden in Wintermonaten ausgelassenes Feiern bis in die frühen Morgenstunden. Raucherbar.

Café Koppel

Wenige Hauseingänge neben dem Geburtshaus von Hans Albers findest Du in der Langen Reihe 75 versteckt den Hinterhofzugang zu Kunst und Handwerk in St. Georg. Im Café werden frisch zubereitete Bioprodukte angeboten und Du kannst gemütlich auf Sofas bei Kaffee und Kuchen entspannen. Oder eines der leckeren – auch vegetarischen – Gerichte zu Dir nehmen.

Campari Lounge

Auf dem Designhotel The George im 7. Stock über den Dächern von St. Georg kannst Du Dich bei leckeren Cocktails und anderen Getränken entspannt wohlfühlen sowie die Schönheit der Stadt von oben genießen. Und später vielleicht sogar einen wunderschönen  Sonnenuntergang über der Alster geniessen.